Ehemalige Spinnerei
Gleichzeitig mit dem als Wohn- und Geschäftshaus konzipierten Fünfeckpalast im Dorf liess Johann Caspar Zellweger in den Jahren 1804 bis 1809 im Töbeli zwei Spinnereifabriken errichten. Damit wollte er modernste Technik in der Heimat einführen und ein zukunftsträchtiges Arbeitsfeld erschliessen.
Installieren liess er zehn Water- und vier Mule-Jenny-Maschinen sowie einige Vor- und Nachspinnmaschinen und Kardierapparate. Die Antriebsenergie lieferte das Wasser des Säglibachs. Verarbeitet wurde vor allem Baumwolle aus den Südstaaten der USA. «Ich schmeichle mir, dass auf dem Continent kein besseres Wassergarn gesponnen wird als das Meinige», so Zellwegers Anpreisung an einen deutschen Kunden. Der wöchentliche Ausstoss betrug 400 bis 600 Pfund Garn. Die Belegschaft zählte rund 100 Personen, mehr als ein Drittel waren Kinder. Ein grosser Teil wohnte im Arbeiterwohnhaus in der Nideren (spätere Kantonsschule) oder auf dem Fabrikareal selbst. Gearbeitet wurde im 24-Stundenbetrieb.
Bereits nach sieben Jahren gab Zellweger den Betrieb auf. Hauptgrund war ein Brand am 22. Januar 1814, der ein Fabrikgebäude zerstörte und das andere stark beschädigte. Ein Teil des Maschinenparks blieb jedoch unversehrt. Zellwegers Nachfolger führten die Garnproduktion bis 1833 in kleinerem Rahmen weiter.
Danach erfolgte der Umbau zur ersten mechanischen Weberei im Appenzellerland. Die Wasserkraftanlage trieb nun 24 Webstühle sowie einige Spul-, Zettel-, Schlicht- und fünf Spinnmaschinen an. Der Betrieb wurde bereits 1843 aufgegeben. In der Folge wechselte die Fabrik im Töbeli mehrmals die Hand und diente der Zwirnerei und der Stickerei wie auch Wohnzwecken. In den 1950er-Jahren erfolgte der Abbruch frühindustriellen Relikts.