Althus und Schul- und Sportanlagen
Althus
1539 liess ein Unbekannter das Althus erstellen. Typisch für die Bauzeit sind die privilegierte Aussichtslage und der separat stehende, nicht ans Wohnhaus angebaute Stadel. Weiter östlich am Südhang der Eggen befinden sich zwei ähnliche Gebäude aus derselben Zeit (Obere Gählern und Oberschlatt). Das charakteristische Tätschdachhaus ist ein wichtiges Objekt in der Appenzeller Hauslandschaft. Es war bis 2010 das älteste datierte Gebäude in Appenzell Ausserrhoden. Der Balken des Giebelfelds mit der Inschrift des Baujahrs 1539 wird seit den Sturmschäden von 1919 im Hausinnern verwahrt.
Tätsch- oder Flachgiebel wurden bis Mitte des 17. Jahrhunderts erstellt. Sie waren mit dicken Brettschindeln bedeckt, die mit Latten festgehalten und mit Steinen beschwert wurden. Sie wurden ab 1650 zunehmend durch Steildächer abgelöst, die ein Annageln der Schindeln erforderten. Das grosszügig bemessene Gebäude ist als Blockbau oder Strick mit dicht gefügten Balkenwänden konstruiert. Die Fassade ist einzig im Erdgeschoss mit einem Täfer versehen. Darüber zeigten sich die unverkleideten Strickwände.
Das Althus entspricht bereits dem typischen Ausserrhoder Vielzweckhaus, das textile Heimindustrie und Landwirtschaft verbindet. Unter dem Südteil liegt der Webkeller, wo dereinst zwei Handwebstühle standen. Er war nur durch einen Abgang mit verschliessbarer Klappe im Stubenboden zugänglich. Die Reihenfenster der Hauptfassade bringen Licht in Stuben und Kammern, wo Heimarbeiten wie Spinnen und Spulen verrichtet wurden. Eine grosse Russküche mit einem Rutenkamin nahm fast den ganzen Nordteil ein. Ab den 1830er Jahren waren nicht mehr die Eigentümer im Haus wohnhaft, sondern Mieter. Wie lange diese textilen Heimarbeiten nachgingen, ist nicht bekannt. Elektrisches Licht installierte man erst 1925 in Küche, Stube und Elternschlafkammer.