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Landsgemeindeplatz

Italienische Piazza in den Voralpen
Landsgemeindeplatz
© Lukas Unseld

Italienische Piazza in den Voralpen
Mit der dreigeschossigen Säulenfassade der Kirche und den nahe zusammengerückten, zwischen 1747 und 1809 erstellten Steinpalästen vermittelt der Trogner Dorfplatz den Eindruck einer italienischen Piazza. Nur zwei Gebäude, Krone (Nr. 3) und Haus ob dem Brunnen (Nr. 43), erinnern an die einstige Bebauung mit Holzhäusern. Diese Platzgestaltung resultiert aus der Bautätigkeit einer einzigen Familie, der Familie Zellweger. Ab 1825 gingen die meisten dieser Gebäude, zuletzt 1991 der Fünfeckpalast, an die Gemeinde oder den Kanton über. Weitere Informationen vermitteln die Info-Säule auf dem Dorfplatz und das Internetportal.

Am Anfang dieses Aufschwungs stand 1667 die Einrichtung einer Leinwandschau durch Conrad Zellweger-Rechsteiner. Seine Nachfahren leiteten im 18. Jahrhundert von Trogen aus bedeutende europäische Textilhandelshäuser. Mit den technischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts konnte der Standort Trogen aufgrund der topografischen Lage nicht mithalten.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde Trogen 1168 als «de trugin». 1401 schlossen sich die Trogner den Unabhängigkeitsbestrebungen der Appenzeller an. 1459 wurde eine erste Kirche erbaut. Die Rhode Trogen umfasste vorerst das ganze Appenzeller Vorderland. Zwischen 1613 und 1688 löste wurde sie in zehn eigenständige Gemeinden aufgeteilt.

Barockmalereien in reformierter Kirche
Das Aussehen der zwischen 1779 und 1782 erbauten Trogner Kirche entspricht eher einer katholischen als einer reformierten Kirche. Für diese Besonderheiten waren Angehörige der Familie Zellweger verantwortlich. Die Brüder Johannes Zellweger-Hirzel und Jakob Zellweger-Wetter stifteten die einzigartige Säulenfassade, den Taufstein aus Carrara-Marmor und die Kanzel aus Stuckmarmor, ihre Schwester Ursula Wolf-Zellweger die Deckengemälde.

Die drei Deckenmalereien über dem Schiff zeigen Motive, die damals in reformierten Kreisen beliebt waren: Christus beim Abendmahl, Christi Himmelfahrt und Christus als Kinderfreund. Dagegen ist keine andere Illustration zu der im Chor gezeigten Stelle aus dem Buch Jesaja bekannt. Ein Licht bringender Gottesknecht fordert alle Völker der Erde auffordert, seinem Herrn zu folgen. Dargestellt sind, von oben links im Gegenuhrzeigersinn, die damals bekannten Erdteile Asien, Europa, Amerika und Afrika. Bemerkenswert sind die Frauen der Europagruppe. Die hinter dem knieenden Kaiser stehende Frau zeigt mit der linken Hand zum Gottesknecht. Es dürfte sich um die Stifterin der Gemälde, Ursula Wolf-Zellweger, handeln.

Stukkaturen im Gemeindehaus
Das Gemeindehaus (Haus Nr. 1) zeichnet sich durch äusserst reichhaltige und fantasievolle Stukkaturen aus. Sie sind ein Werk der Brüder Andreas und Peter Anton Moosbrugger aus Vorarlberg. Erbaut wurde das voluminöse Gebäude um 1765 als Wohn- und Geschäftshaus für Jakob und Anna Maria Zellweger-Wetter. Es war der dritte Steinpalast am Dorfplatz. Er ersetzte ein Holzhaus, das in die Nideren versetzt wurde.

Der Bauherr Jakob Zellweger-Wetter (1723–1808) kam in Lyon zur Welt, wo er die Jugend- und ersten Ehejahre verbrachte. Ab 1762 durchlief er in Appenzell Ausserrhoden eine steile Ämterlaufbahn bis hin zum Landammann. Ende des 18. Jahrhunderts gehörte er zu den erfolgreichsten Handelsleuten der Schweiz. Seine Frau Anna Maria (1730–1777) entstammte dem ebenso erfolgreichen Textilunternehmen Wetter in Herisau.

1825 kaufte Johann Conrad Honnerlag das Haus und schenkte es der Gemeinde Trogen als neues Pfarrhaus. Eingerichtet wurde zudem eine Bibliothek. Seit 1855 befindet sich im das im Haus auch die Gemeindekanzlei.

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Landsgemeindeplatz Reformierte Kirche

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