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Schopfacker

Ferienkolonie

Ferienkolonien
1919 erwarb die Gemeinnützige Gesellschaft Bezirk Hinwil das sogenannte Türmlihaus und baute es dank Spenden zum Ferienkolonieheim aus. Jahr für Jahr zogen danach Kinder aus dem Zürcher Oberland nach Trogen in die Erholungsferien. Ab 1989 konzentrierten sich die Hinwiler dann auf ihr neues Haus in Valbella und verkauften das Türmlihaus.

Auch andere Gemeinden und Bezirke aus den Kantonen Zürich, Thurgau, St. Gallen, Schaffhausen und Basel schickten Kinder zur Erholung ins Appenzellerland. Appenzell Ausserrhoden ist das Pionierland für die Ferienkolonien. Die ersten organisierte der von Trogen in die Stadt Zürich berufene Pfarrer Walter Bion (1830–1909) im Sommer 1876 in den Gemeinden Trogen, Gais und Bühler. Die Ferienkolonien bildeten ein neues Modell der Erholungsfürsorge für Kinder aus armen Verhältnissen. Sie machten das von den Hygienikern propagierte „Heilmittel“ der Luftkuren einem unterprivilegierten Publikum zugänglich. Bions Idee fand innert kurzer Zeit in vielen europäischen Städten Nachahmung.

Anfänglich waren die Ferienkolonien medizinisch motiviert. In gesunder Höhenluft und mit guter Kost sollten erholungsbedürftige Schulkinder aus armen Verhältnissen zu Kräften kommen. Sie wurden am Anfang und am Ende des Lagers gewogen: Gewichtszunahme = Erfolg. Eine Ferienkolonie dauerte drei oder vier Wochen. Mit der Hochkonjunktur der Nachkriegszeit traten allmählich Plausch und Abenteuer als Gruppenerlebnisse in den Vordergrund. Das Türmlihaus wurde auch zum Erlebnisort für Klassenlager.

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