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Trogenerbad

Schwefelhaltige Mineralquelle
Trogener Bad

Trogenerbad
Mit der chemischen Analyse seiner Mineralquelle warb das Trogenerbad 1848 für seine Vorzüge. Die Untersuchung vorgenommen hatte der Arzt und Bäderspezialist Gabriel Rüsch in Speicher. Das Wasser rieche nach Schwefel und enthalte «freie Kohlensäure, Schwefelwasserstoffgas, kohlen- und salzsaure Kalkerde» lautete sein Ergebnis. Es entspringe «hart am rechten Ufer der Goldach, aus Mergelsandstein, welcher von schwefelhaltigen Steinkohlenlagern durchzogen wird». Es eigne sich für Bade- wie auch für Trinkkuren und zeige «sich wirksam bei Hautausschlägen, herumirrender Gicht und Rheumatismus, Nesselfiebern, Geschwüren, Furunkeln, Schärfe der Säfte und Störungen der Menstruation».

Die Nutzung der «Mineralquelle zu Trogen im Tobel» ist schon im 17. Jahrhundert belegt. Im Jahr 1826 bestand die Anlage aus einem Wohn- und Wirtshaus mit einem grossen Anbau, der den Tanzsaal, die Gästezimmer und die Stallung aufnahm, einer separaten Badehütte mit 55 Wannen und einer Zwirnerei. Ein Wasserrad beförderte das wertvolle Heilwasser in zwei Kessel, in denen es erhitzt wurde. Anschliessend wurde es in die Wannen getragen.

Zwischen 1844 und 1848 nahmen die neuen Eigentümer Anna und Johann Konrad Tanner-Eugster den Umbau des Haupthauses zu dem heute noch stehenden stattlichen Walmdachhaus vor. Noch in den 1910er-Jahren zeugen Postkarten von der Anlage. Damals führte Johannes Sonderegger als «Zwirnereibesitzer, Wirt und Bauer» das Bad. Nach 1918 schlief der Badebetrieb ein. 1930 ging die Liegenschaft ins Eigentum einer neugegründeten Aktiengesellschaft über.

Das ehemalige Schwimmbad
Die Badgesellschaft Trogen ging umgehend daran, ein Schwimmbad zu erstellen. Die Initiative dazu ging wesentlich von der Kantonsschule aus. Mit einem zwanzig Meter langen Damm wurde die Goldach gestaut und so ein 100 Meter langes und 40 Meter breites Schwimmbecken geschaffen. Der Bau von Freibädern war in den frühen 1930er-Jahren auch mit Blick auf den Tourismus ein Muss. Auch in Gais, Urnäsch, Waldstatt, Teufen, Heiden und Walzenhausen entstanden solche Anlagen.

«Unser Schwimmbad ist kein Sportbad für ein verwöhntes Ferienpublikum, wie das von Heiden, aber es hat schon mehrmals bewiesen, dass es für die Abhaltung von Wettkämpfen wohl geeignet ist», hielt 1933 ein Kantonsschullehrer in einem Zeitungsartikel fest. Hochwasserereignisse und Verschlammungen machten dem Schwimmbad immer wieder zu schaffen. 1989 hatte das Bädli seine letzte Saison. Das Hochwasser von 2002 zerstörte die die noch vorhandenen Anlagen.

Bilder / Videos

Trogener Bad
alte Tafel