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Ramsenburg (Rosenburg)

Mittelalterliche Festung
Ramsenburg
Bergruine mit Bergfried, Palast und Ringmauer. © Lukas Unseld

Die Ramsenburg als «Denkmal der Tiranney»

Auf Herisauer Gemeindegebiet bestanden im Mittelalter drei grössere Burganlagen, erbaut auf Veranlassung der mächtigen Abtei St. Gallen für ihren Dienstadel. Im Osten über der Urnäsch erhob sich die Urstein, im Norden die Rosenberg und im Westen die Rosenburg, im Volksmund Ramsenburg genannt. Dieser Adelssitz befand sich im 13./14. Jahrhundert in der Hand der Herren von Rorschach-Rosenberg, die zeitweilig auch Kirchherren von Herisau und Inhaber des dortigen Meieramtes waren. 1344 endete ein Schuldstreit zwischen dem in finanzielle Nöte geratenen Burgherrn und den Edlen von Giel-Glattburg mit einer üblen Mordtat. Nachdem die feindlich gesinnten Gielen versucht hatten, den Rosenburger Burgwart auf ihre Seite zu ziehen, nahm dieser Rache. Den einen Ritter, der eben ein Fass voller Speerspitzen musterte, stach er hinterrücks nieder. Den Zweiten, der in einem andern Gemach zum Fenster hinausschaute, schlug er zu Boden. Der im Stall befindliche Knecht wurde unter Mithilfe der Tochter mit einem Messer erstochen. Sodann warf man die drei Leichen über die Burgmauern hinab.
Wie viele andere Wehrbauten wurde die Ramsenburg 1403 im Verlauf der Appenzeller Kriege aufgegeben. Nach der Zerstörung blieb das Burgareal noch lange Zeit in St. Galler Besitz. Erst 1809 erwarb die Gemeinde Herisau dank freiwilliger Spenden die Burgruine aus dem Inventar des aufgehobenen Klosters als«Denkmal der Tiranney». 1937 erfolgten umfangreiche archäologische Grabungen. Sie ergaben, dass die Rosenburg alle typischen Grundelemente einer mittelalterlichen Feste aufwies. Sie war durch Wallgraben und Ringmauer geschützt. An den beinahe quadratischen Bergfried mit Hochzugang schlossen sich Wohn- und Ökonomiegebäude an. Der Wasserversorgung dienten zwei Sodbrunnen, einer im Turminneren und ein zweiter mit 12 m Tiefe im Burghof.

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Ramsenburg

Ramsenburg

Bergruine mit Bergfried, Palast und Ringmauer. © Lukas Unseld
Ramsenburg

Ramsenburg

Blick über den gut erhaltenen Wallgraben © Lukas Unseld
Beschrieb in alter Schrift