Kloster Mariä Rosengarten Wonnenstein
«In dem tobel, in einem ho[h]len Stein, der noch Mägdtenhö[h]le genan[n]t wird», fand einst eine Schwester Adelheid ihre Einsiedelei. Daraus entwickelte sich bis 1381 eine Gemeinschaft, deren Schwestern die Regel des Dritten Ordens des hl. Franziskus befolgten. Das am Torbogen eingemeisselte Gründungsjahr 1228 ist falsch. Zum sonntäglichen Gottesdienst begaben sich die Wonnensteinerinnen anfänglich, wie die übrigen Leute im Gebiet von Teufen, in die Kirche St. Laurenzen in St. Gallen. 1455 erhielt die auf 30 Schwestern angewachsene Gemeinschaft einen eigenen Kaplan. Die Reformation überstand sie, obwohl der Kaplan «ungöttlich» predigte und eine Klosterschwester heiratete, die Gemeinde Teufen zum neuen Glauben übertrat und der Kastvogt die beste Liegenschaft verkaufte. 1595/96 nahm Wonnenstein durch den Einfluss der Kapuziner die Pfannereg¬ ger Reform an. Nach der Appenzeller Landteilung von 1597 blieb die territoriale Zugehörigkeit lange umstritten. Seit 1870 sind die Klostermauern auch Kantonsgrenze. Der Boden innerhalb der Mauern bildet eine Innerrhoder Exklave. Die heutige Anlage geht auf einen Neubau der Jahre 1685 bis 1688 zurück und gehört mit den Konventbauten von Appenzell zu den besterhaltenen Werken der hochbarocken Kapuzinerarchitektur. Das Kloster kann nicht besichtigt werden, da die Schwestern in Klausur leben. Es lohnen sich aber ein Besuch der Apotheke und ein Blick in die Kirche. Sehenswert sind die um 1785 von den bekannten Brüdern Moosbrugger aus Vorarlberg gefertigten Stuckaturen über Schiff und Empore, das biedermeierliche Chorgitter von 1830 und die spätgotische Pietà an der rechten Wand des Schiffes. Die Altäre von 1902 imitieren den Kapuzinerstil des Barock. Im linken Seitenaltar steht eine 1834 erworbene Kopie der Madonna von Einsiedeln, auf dem rechten der Schrein des Katakombenheiligen Prosper. Das Hochaltarbild Mariä Himmelfahrt schuf 1930 Josef Heimgartner.