Wasseraufbereitungsanlage
Dass sauberes Wasser in jedem Haus aus dem Hahn fliesst ist nicht selbstverständlich. Für die Gemeinde Teufen war der 11. Oktober 1896 ein richtungsweisender Tag. Mit der Einweihung der Wasserversorgung begann für 182 Hausbesitzer im Dorfbereich und für die Feuerwehr die Moderne. Fliesst heute eine Mischung aus Teufner, Bühlerer, Alpstein- und Bodensee-Wasser aus der Leitung, war es am Anfang ausschliesslich Teufner Quellwasser.
Für die Deckung seines Wasserbedarfs ist grundsätzlich jeder Grundeigentümer selbst zuständig. Die Liegenschaften im Streusiedlungsgebiet verfügen meist über eigene Quellen. Im Dorf ist die Situation anders. Hier drängte sich irgendwann eine Lösung in Form von Dorfbrunnen auf. Für deren Unterhalt wurde die Korporation der Dorfgenossen gegründet. Die Quellen, die diese Brunnen speisten, waren aber schlecht gefasst, was sich zunehmend negativ auf die Menge und die Qualität des Wassers auswirkte. In den 1880er-Jahren forderten die Dorfgenossen deshalb eine moderne Hauswasserversorgung. 1890 setzte der Gemeinderat eine Kommission ein, die sich umgehend auf die Suche nach geeigneten Quellen machte. Da man auf Pumpwerke für die Wasserbeförderung verzichten wollte, kamen nur die hoch gelegenen Gebiete im Nordosten der Gemeinde (Oberfeld, Harzig. Dietenschwendi) in Betracht. Mit vier Stollen wurden die wasserführenden Sandsteinbänke angezapft. Das erste Leitungsnetz war zwölf Kilometer lang und erschloss 72 Hydranten und 182 Gebäude im Dorf. Heute sind rund 62 Kilometer Leitungen verlegt.
Eine erste Erweiterung der Wasserversorgung erfolgte 1912 mit der Erschliessung von Quellen im Westteil der Gemeinde. 1957 erfolgte der Anschluss an das Bodenseewasserwerk der Stadt St. Gallen. 1995 nahm die «Regionale Wasserversorgung Appenzell-Mitteland (RWAM)» den Betrieb auf. Sie bringt Quellwasser aus dem Alpstein nach Teufen. Man wollte aber auch die eigenen Quellen weiter nutzen. Da sich die Wasserqualität in den 1960er-Jahren verschlechterte. Zur Sicherung der Wasserqualität der im östlichen Gemeindegebiet gefassten Quellen wurde deshalb 1972 die Trinkwasseraufbereitungsanlage in der Wetti erstellt. Diese Quellen liefern etwa 30 Prozent des Teufner Trinkwassers. Insgesamt kann sich die Gemeinde Teufen zu rund 60 Prozent, je nach Niederschlagsmenge, mit eigenem Wasser versorgen. Der Rest wird aus dem Alpstein und aus dem Bodensee zugeleitet.